Das Fest der Liebe

Bald ist es wieder soweit, das Fest der Liebe, auch Weihnachten genannt. Aber brauchen wir dazu einen bestimmten Tag? Sollte nicht jeder Tag ein Fest der Liebe sein? Oder erinnern wir uns nur an diesen Tagen an die Liebe?

Wenn ich mich mit Freunden und Bekannten unterhalte, haben wir alle das Gefühl, dass die Menschen immer egoistischer werden. Gerade Leute, die z.B. in Geschäften arbeiten, stöhnen immer mehr unter dem Egoismus ihrer Kunden. Jeder denkt nur an sich. Prinzipiell finde ich das auch richtig. Ich denke, man kann nur was weitergeben (in dem Fall die Liebe), wenn man selber glücklich und zufrieden ist. Allerdings ist dieses „Ich zuerst“ nicht in Ordnung, wenn es auf Kosten anderer geht.

Warum ist aber die Hilfsbereitschaft und die Bereitschaft etwas zu spenden gerade an Weihnachten so groß? Hat es was mit der angeblichen (ist ja nicht bewiesen) Geburt Jesus zu tun? Wollen die Menschen hier was zurückgeben, weil er für uns am Kreuz gestorben sein soll? Ich kann es mir eigentlich nur so erklären. Denn das restliche Jahr sind die Menschen nicht so großzügig und kaum einer denkt an den anderen. Will man an Weihnachten also etwas gutmachen oder sein schlechtes Gewissen beruhigen?

Ich war noch nie ein Freund von dem, was alle anderen machen. Auch Muttertag und Vatertag stehen bei mir nicht extra im Kalender. Warum werde ich am Muttertag für meine Leistung als Mutter mit Geschenke und Blumen belohnt, wenn die restlichen 364 Tage unbeachtet bleiben? Meiner Meinung nach ist das nur eine Erfindung der Schokoladen- und Floristikindustrie. Ich liebe meine Kinder ja auch nicht nur am Weltkindertag, sondern tatsächlich das ganze Jahr über.

Vielleicht hat die Sanftmütigkeit der Menschen an Weihnachten auch etwas mit der ganzen Stimmung zu tun, die in dieser Jahreszeit herrscht. Kerzenschein, Schneeflocken fallen leise auf die Erde nieder und alle verfallen in diese „Ich liebe alle“ Stimmung.

Aber bitte nur an Weihnachten. Die Adventszeit vorher schaut schon wieder ganz anders aus. Hier strömen die Menschen hektisch in die Stadt, auf der Suche nach perfekten Geschenken. Jeder ist gestresst und genervt. Aber ein Besuch auf dem überfüllten und überteuerten Christkindlesmarkt gehört trotzdem dazu. Dann noch schnell ein Selfie posten, damit unsere „Follower“ sehen, wie entspannt wir sind.

Die Wirklichkeit schaut aber tatsächlich anders aus. Aber warum unterwerfen wir uns dem Ganzen? Warum hört nicht jeder in sich rein und tut das, was sich für ihn gut anfühlt? (Und keiner kann mir weismachen, dass es sich gut anfühlt, wenn man sich durch die Menschenmassen quetscht).

Vor allem sollten wir auf unsere innere Intuition hören und das tun, was sich für uns stimmig anfühlt. Ich bin der Meinung, nur so können wir uns wohlfühlen und auch das ganze Jahr über Anderen Liebe weitergeben…. nicht nur an Weihnachten.

Hinterlasse einen Kommentar