Die Tage zwischen den Jahren eignen sich für mich immer hervorragend, um einfach mal nichts zu tun. Auf der Couch zu liegen und einen guten Film anzuschauen. So haben wir es auch heute gemacht. Wir haben uns einen neuen norwegischen Film angeschaut, in dem es um ein Fabelwesen der nordischen Mythologie geht. Einen Troll. Allerdings war dies für mich ein trauriger Film. Der Mensch zerstört die Natur, erweckt einen Troll aus dem Schlaf und überlegt sich dann, wie man ihn töten kann.
Aber so ist der Mensch schon immer gewesen und so machen wir das immer. Einfach machen, weil man es machen kann, anstatt zu überlegen, ob man es auch machen müsste und ob es vielleicht auch andere Alternativen gibt. Wir denken, wir stehen über allem und verhöhnen die Natur.
Die Gletscherschmelze, die nicht mehr aufzuhalten ist, egal, was wir jetzt noch tun, kommt in den Nachrichten nur als kurze Randnotiz vor, zwischen 50 Jahre Sesamstraße und dem Wetter. So als ob das alles gar nicht mehr so schlimm und wichtig wäre. Ist es wohl auch nicht mehr, denn wenn dieses lästige Eis endlich weg ist, kommt man schneller an die ganzen Bodenschätze ran, die darunter verborgen liegen. Von den Mengen CO2, die unter dem Eis gespeichert sind, redet auch irgendwie keiner. Was für Konsequenzen das alles hat und wie sich das schlussendlich auf uns auswirkt, interessiert die Verantwortlichen nicht. Hauptsache der Rubel, oder welche Währung auch immer, rollt.
Wir laufen sehenden Auges auf die ganze Misere zu und regen uns lieber über das Gendern auf oder ob das jetzt noch der Mohrenkopf oder das Jägerschnitzel heißen darf. Zwischendrin wird uns eine äußerst fragwürdige Fußball WM hingeworfen, frei nach dem Motto von Julius Cäsar: „Gebt ihnen Brot und Spiele“ und der Mob ist wieder für eine kurze Zeit ruhig.
Allerdings denke ich nicht, und das ist jetzt keine Schwarzmalerei, dass wir daran noch etwas ändern können. Ich bin der festen Überzeugung, alles was sich hier auf der Welt entwickelt, ist gewollt. Und nein, ich bin keine Querdenkerin. Oder vielleicht doch? Querdenken, oder einfach mal nachdenken und hinterfragen.
Nichts desto trotzt werde ich mich auch weiterhin an der Schönheit der Natur erfreuen und sie mit Respekt behandeln, denn die Hoffnung stirbt zuletzt.
Hoffnung
Die Hoffnung ist ein zweischneidiges Schwert.
Wie Licht und Dunkelheit.
Trotz der Hoffnung sind wir nicht überzeugt.
Was hat Hoffnung dann für einen Wert?
Dennoch,
in der Hoffnung zeigt sich ein Licht,
nichts scheint verloren.
Hoffnung,
ich behalte dich nicht für mich.
Reiche das Licht weiter.
Doch wieviel Licht, wieviel Hoffnung bleibt für mich?
Siegt am Ende das Licht über die Dunkelheit,
die Hoffnung über die Hoffnungslosigkeit oder umgekehrt?
Es bleibt die Hoffnung.
Miriam Mohr