Gerade jetzt im Winter ist es so wichtig, sich ausreichend mit Mineralien und Vitaminen zu versorgen, um diese kalte Jahreszeit gesund zu überstehen. Natürlich gibt es im Supermarkt allerlei Gemüse und Früchte, doch es gibt auch Wildkräuter, die wir das ganze Jahr über nutzen können. Eines davon ist die Vogelmiere.
Die Vogelmiere ist eine richtige Wunderpflanze. Sie überzeugt nicht nur durch ihr mildes Aroma, sie ist zudem noch eine starke Heilpflanze. Bei vielen Gärtnern wird sie allerdings eher als „Unkraut“ gesehen, denn sie verbreitet sich in ungenutzten Bereichen mit einem dichten Wuchs der dünnen Pflanzenstängel über den ganzen Boden. Eigentlich ist das ein gutes Zeichen, denn die Vogelmiere ist eine Zeigerpflanze. Sie liebt stickstoffreichen Boden und zeigt uns so, dass der Boden voller Nährstoffe ist. Auch kann sie als Mulchersatz und Schutz für den Boden vor dem Austrocknen dienen. So hält sie das Bodenleben gesund und sichert Dir eine reiche Ernte.
Eigentlich ist die Vogelmiere kaum zu verwechseln. Um aber ganz sicher zu sein, gibt es einige typische Erkennungsmerkmale. Sie ist ein Bodendecker, der bis zu 40 cm hoch werden kann. Ihre Stängel sind dünn, weich, rund und besitzen weiße Härchen, die in einer Linie am Stängel herablaufen. Die Blätter sind ca. zwei Zentimeter lang, oval und spitz zulaufend. Die Vogelmiere besitzt fünf weiße sternförmige Blütenblätter, die allerdings auf den ersten Blick so aussehen, als wären es 10.
Die Haarlinie ist auch ein eindeutiges Erkennungsmerkmal gegenüber dem leicht giftigen Ackergauchheil, mit dem man die Vogelmiere verwechseln könnte. Allerdings sind die Stängel beim Ackergauchheil vierkantig, aber wenn Du ganz sicher gehen möchtest, warte die Blüte ab . Die Blüten des Ackergauchheil sind rot oder blau.
Ihr lateinischer Name ist Stellaria media und sie gehört zur Familie der Nelkengewächse. Wie ihr Name Vogelmiere schon verrät, lieben Vögel sie und wissen das vitale Kraut zu schätzen. Deshalb wird sie in manchen Gegenden auch noch Hühnerdarm, Hühnerabbiss oder Sternenkraut genannt. Früher glaubten die Bauern, dass ihre Hühner mit der Vogelmiere mehr Eier legen würden.
Schon damals war man sich der Heilkraft der Vogelmiere bewusst. Sie fand äußerlich bei Wunden Verwendung und sogar Sebastian Kneipp verwendete das Kraut bei Husten oder Lungenleiden. Heute weiß man, dass die Vogelmiere Saponine enthält. Das sind schleimlösende Wirkstoffe. Außerdem regt sie den Stoffwechsel an, wirkt entgiftend, blutreinigend und harntreibend, fördert die Verdauung, senkt den Cholesterinspiegel und kann bei vielerlei Hautproblemen zum Einsatz kommen.
Ihr Reichtum an Mineralien und ihr Vitamin C Gehalt ist allerdings fast unübertroffen. Dieser ist mit 115 mg pro 100 g viel höher als bei vielen Gemüsesorten. Im Vergleich zu Kopfsalat hat die Vogelmiere doppelt so viel Kalzium, dreimal so viel Magnesium und Kalium und siebenmal so viel Eisen! Der Vergleich mit dem Chinakohl ist sogar noch extremer. Hier hat sie 14 mal so viel Eisen, viermal so viel Kalium und dreimal so viel Magnesium. Dank dieser ganzen Inhaltstoffe kann sie auch gegen viele Mangelerscheinungen helfen, wie z.B. bei der Frühjahrsmüdigkeit.
Also, anstatt die Pflanze auszureißen und auf den Kompost zu werfen, solltest Du Dein Mineralstoffdepot damit auffüllen. Auch für Haut, Nägel und Haare ist gesorgt, denn auch die Kieselsäure ist reichlich enthalten.
Sobald der Boden frostfrei und das Kraut grün ist, kannst Du die Vogelmiere ernten und entweder frisch in Salaten, Smoothies oder Suppen verwenden oder getrocknet als Tee. Verwendet wird das ganze oberirdische Kraut, Blüten und Samen. So gesund und lecker die Vogelmiere auch ist, sollte sie jedoch nicht in zu großen Mengen verzehrt werden. Gerade bei Menschen mit empfindlichen Magen kann der Saponin Gehalt den Magen reizen.
Um einen Tee herzustellen, benötigst Du einen Esslöffel Vogelmiere und übergießt dies mit 250 ml kochendem Wasser und lässt das Ganze 10 Minuten ziehen. Den Tee kannst Du äußerlich auch für Umschläge bei Ekzemen oder anderen Hautproblemen verwenden. Die Umschläge haben eine entzündungshemmende und schmerzstillende Wirkung.
Du kannst aus der Vogelmiere auch ein Heilöl für entzündliche Hautprozesse und Hautreizungen herstellen. Dafür wird das Kraut klein geschnitten, in ein Schraubglas gegeben und mit einem hochwertigen Oliven- oder Mandelöl aufgefüllt, so dass das Kraut ganz bedeckt ist. Das Ganze muss nun mindestens sieben Tage bei Zimmertemperatur ziehen. Du solltest es täglich schütteln, um Schimmelbildung vorzubeugen. Anschließend wird das Öl abgeseiht und an einem dunklen, kühlen Ort aufbewahrt. Das Öl ist so lange haltbar, wie das Mindesthaltbarkeitsdatum von dem Öl, welches Du verwendet hast.
HINWEIS!!!!!!
Wer gegen die Vogelmiere oder Nelkengewächse allergisch ist, darf diese natürlich nicht verwenden. Die auf meinem Blog getroffenen Wirkungsweisen dienen nur der Information. Ich gebe keinerlei Heilversprechen zur Linderung und/oder Behandlung von Erkrankungen oder gesundheitlicher Probleme ab oder verspreche auch sonst nichts. Das Verwenden der Rezepte oder ähnliches geschieht auf eigene Gefahr.
