Was will ich als schreibende, Müll suchende Waldhexe und Mama bewirken?

Das ist eine Frage, die mich schon länger beschäftigt. Was will ich bewirken, oder was will ich hinterlassen? Was bleibt von mir, wenn ich mal nicht mehr bin. Um ehrlich zu sein, hat diese Frage ein bisschen Panik in mir ausgelöst. Wer erinnert sich denn an mich? Natürlich meine Kinder und auch meine Enkelkinder, sofern ich das Glück habe, welche zu bekommen. Aber dann? Da musste ich an meine Uroma denken. Als sie mit 109 Jahren starb, waren erst zwei meiner drei Kinder auf der Welt und sie waren noch zu klein, um sich an sie zu erinnern. Ich erzähle ihnen des Öfteren von ihr, so bleibt sie auch mir in Erinnerung. Aber ich bin die letzte, außer meinem Papa, die sie kannte und die sich an sie erinnert.

Und dann kommt wieder dieser etwas panische Gedanke. Wer erinnert sich an mich und vor allem, an was erinnert man sich? Also, was ist meine Bestimmung, was ist mein Vermächtnis? Da kam die Challenge von Judith Peters genau richtig. Blog your Purpose. Jetzt konnte ich mich mal mit diesem unangenehmen Gedanken auseinandersetzen und all das Positive, das mich ausmacht, rausholen.

Was ist meine Bestimmung?

Ich denke mal, dass man nicht nur eine Bestimmung im Leben hat. Ich habe drei wunderbare Kinder. Also ist meine erste Bestimmung eine gute Mutter zu sein, meinen Kinder viel Liebe aber auch Werte mitzugeben. Ich wünsche mir, dass meine Kinder sich an mich, an eine liebende Mama erinnern und auch ihrerseits ihren Kindern die Werte und die Liebe mitgeben, die sie von mir erhalten haben.

Meine zweite Bestimmung ist die Liebe zur Natur. Seit 2019 gehe ich regelmäßig in die Natur zum Müllsammeln. Mit einer Freundin habe ich gemeinsam Saubere Sache – Tidy Nature gegründet. Wir sammeln den Müll anderer auf, organisieren Sammelaktionen und versuchen darauf aufmerksam zu machen, was der Müll in der Natur für Schaden anrichtet. 2022 haben wir bei einer Aktion unserer Stadt Augsburg den „Sauber ist in“ Preis gewonnen. Auch waren wir schon mit unserer Oberbürgermeisterin Eva Weber beim Müll sammeln und haben auf uns und unser Tun aufmerksam gemacht. Außerdem hängen wir Plakate auf und versuchen mit den Menschen ins Gespräch zu kommen.

Für mich ist das ein großes Anliegen. Ich kann nicht verstehen, dass man so fahrlässig mit unserer Natur umgeht und nicht sieht, dass wir keinen zweiten Planeten zur Verfügung haben. Es macht mich sehr traurig und nach so vielen Jahren kommt auch eine gewisse Resignation dazu. Ich sehe, dass sich in den Köpfen der meisten Menschen nichts ändert und wir diesen Planeten nicht mehr retten können. Nichts desto trotz höre ich nicht auf. Die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt.

Aus Liebe zur Natur habe ich auch eine Ausbildung zur Aromatherapeutin und Natur- und Umweltpädagogin gemacht. Ich liebe es raus zu gehen, Kräuter zu sammeln, zu bestimmen und mit ihnen zu arbeiten. Die Natur hat uns so viel zu bieten. Wir müssen nur zuhören und achtsam mit ihr umgehen. Es ist ein Miteinander, ein Geben und ein Nehmen.

Der Wald ist mein absoluter Lieblingsort. Mein Kraftplatz. Hier bin ich ganz ich und hier kann ich mich erden. Ich versuche im Wald abzuschalten und nicht an Alltagsprobleme oder Probleme in der Welt zu denken. Mit meiner Handykamera folge ich meiner dritten Bestimmung. Meiner Leidenschaft, die Schönheit der Natur einzufangen und auf meinem Instagram Account mit anderen zu teilen. Waldhexe mit Zertifikat. Unter dem Namen Waldhexe läuft auch mein Blog.

Und hier kommt meine vierte Bestimmung, das Schreiben. Ich schreibe gerne meine Gedanken auf und veröffentliche diese in meinem Blog. Außerdem bin ich so ein kleiner „Rechtschreibpixelkacker“ und kann keinen Text lesen, ohne ihn zu scannen. Deswegen korrigiere ich nebenbei auch Texte, Blogs, Newsletter und Homepages. Ich liebe einfach das geschrieben Wort.

Mit dem Schreiben in meinem Blog hab ich angefangen, nachdem ich mir die Frage gestellt habe, was ich bewirken bzw. was ich hinterlassen möchte. Das geschriebene Wort bleibt und vielleicht wird mein Blog auch noch von nachfolgenden Generationen gelesen. Ich denke eher nicht, aber der Gedanke gefällt mir sehr und er gibt mir Mut, weiter zu schreiben. Es ist dieser Fussabdruck auf meinem Beitrgasbild (ehrlicherweise ist das Bild von meinem Mann) den ich hinterlassen möchte.

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